Logo www.mobbing-hilfe-recht.de -  Logo www.mobbing-hilfe-recht.de -  vormals www.mobbing-web.de
www.mobbing-hilfe-recht.de  - vormals mobbing-web.de  - Buergerinitiative seit 1999

   ::Seiten

   Home

  Vorwort

  Oft gefragt

  Mobbing

  Entstehung

  Mobbing-was tun?

  Mobbing-Tagebuch

  Konfliktlösungen

  Prävention

  Mobbing-Definition

  Mediation

  Schüler-Mobbing

  ::Recht

  Rechtsanwälte

  Urteile & Gesetze

  Anwaltshonorare

  Arbeitsrecht

   ::Gesundheit

  Mobbing-Beratung

  Arbeitsschutz

  Kliniken & Infos

  PTED

   ::Burnout, etc.

  Info: Burnout

  Info: Stalking

  Whistleblowing

  ::Links

  Weblinks

  Hotline

  EU-Publikationen

   ::Medien, etc.

  Presse / PR

  Partner

  Referenzen, etc.

  Über uns

  ::Kontakt

  Kontakt

  Impressum

:: Verschiedenes

Mobbing Hotline

Mitmach-Aktion

Mobbing-Blog

Stellenangebote

Gästebuch

Mobbing-Experten

Mobbing-News

Mobbing-Literatur

Mobbing-Umfrage

Mobbing-Test

RS-Versicherung

Community

Jobsuche

Downloads (DE)

Downloads (EU)

Petition/Einreichen

Coaching

Video zu Mobbing

Bundesministerien

DGB

SelbsthilfeAdressen

Bundesministerien

Bußgeldrechner

NeckermannReisen

STAND UP 2008

ReiseService

Friendfeed.com/

Berlin-Infos

Mobbing-Literatur

YouTube

de.sevenload.com

flickr.com/photos

 

beck-shop.de
 

www.nix-wie-weg.de
 

Aktiv Rechtsschutz Komfort Focus Money Gütesiegel
 

Telekom
 

Mobbing-Beratung   Rechtsanwälte   Mobbing Hotline   Mobbing-News   Jobsuche

Rezension Praxishandbuch Mobbing

Dr. jur. Frank Sievert ist Lehrbeauftragter der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, HAW-Hamburg,  seine Tätigkeitsschwerpunkte umfassen den  Mobbingrechtsschutz, sowie das Kündigungsschutzrecht.

Rechtsanwaltskanzlei Dr. jur. Frank Sievert                                Alsterkamp 26, 20149 Hamburg    

Telefon / Fax: 040 / 51 97 94 Mail: info@rechtsanwalt-sievert.de

Besprechung des Praxishandbuchs Mobbing - Rechtsschutz aus dem C. F. Müller Verlag:Praxishandbuch Mobbing - Rechtsschutz , C. F. Müller Verlag, von Dr. Peter Wickler u. a. ISBN:3-8114-1856-4 

 

Mobbing im Arbeitsverhältnis gehört zur traurigen Realität des Arbeitsalltags in vielen deutschen Betrieben. Welche Äußerungen und welche Handlungen als Mobbing im Rechtssinne zu werten sind, ist zunehmend Gegenstand arbeitsgerichtlicher Auseinandersetzungen.

Der tatsächlichen Bedeutung von Mobbing stand eine bis dato geradezu stiefmütterlich zu bezeichnende rechtswissenschaftliche Aufarbeitung der rechtlichen Querschnittsmaterie Mobbingrechtsschutz gegenüber.

Dieses rechtswissenschaftliche Vakuum füllt das rund 450 Seiten umfassende Werk vortrefflich.

Das von vier ausgewiesenen Spezialisten auf dem Gebiet des Mobbingrechtschutzes verfasste Werk, mit dem allseits bekannten Vizepräsidenten des Thüringischen Landesarbeitsgerichts, Dr. Peter Wickler, an der Spitze, ist in fünf Teile untergliedert.

Teil 1 des Kompendiums klärt die Wissengrundlagen der Mobbingbekämpfung, indem es insbesondere die historische Entwicklung der Mobbingforschung nachzeichnet, den Gegenstand der Untersuchung festlegt und - last butnot least - die wirtschaftlichen und psychischen Folgen von Mobbing aufweist.

Der rechtliche Handlungsbedarf wird anschließend an zwei sehr instruktiven Beispielen illustriert. Die Rechtsentwicklung in Deutschland und der EU wird zutreffend wiedergegeben. Als etwas störend kann man die häufig unpräzise über das Ziel der wissenschaftlich zutreffenden Kennzeichnung hinausschießende Wortwahl des Autors empfinden. So verwundert es, wenn zügeloses Gewinnstreben auch in Kleinbetreiben als Ursache für Mobbing angeprangert wird, man sich gleichwohl der Terminologie der Shareholder-Value-Mentalität bedient, die allein im Rahmen von Aktiengesellschaften ihre Berechtigung hat. Zudem findet sich eine Tendenz zum starken überzeichnen dort, wo der Autor Despotisches Mobbing auf eine Stufe mit Sklavenhaltung setzt. Hierdurch gewinnt man wenig. Überdies ist zu Überlegen, ob die Schikanen eines Vorgesetzten gegenüber mehreren Untergebenen, wie sie von Dr. Wickler hier beschrieben werden, tatsächlich den rechtlichen Tatbestand des Mobbings erfüllen können, denn per definitionem ist Mobbing ja ein Verhalten, dass sich von einer Mehrzahl gegen einen oder wenige einzelne richtet und nicht umgekehrt.

Das Highlight aus meiner Sicht bildet der Teil 2 des Buches. In diesem werden die Rechtsgrundlagen der Mobbingbekämpfung umfassend dargestellt. Hervorzuheben ist hierbei die mit der Aufbereitung verbundene Arbeitserleichterung für die Praxis, insbesondere das mühsame Zusammentragen der öffentlich-rechtlichen Arbeits- und Beschäftigungsschutzbestimmungen und der hierzu ergangenen Rechtsprechung entfällt nunmehr. Die Ausführungen sind klar und prägnant. Die weiteren Darlegungen enthalten bis auf den eher rechtspolitische geprägten Unterabschnitt der Anforderungen an die Rechtsschutzeffektivität nur sattsam bekanntes zur Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechtes und der persönlichen Ehre. Auch die Ausführungen zum Schmerzensgeldanspruch gehen inhaltlich über bereits zum juristischen Allgemeingut gehörende Erkenntnisse nicht hinaus.

Der sich systematisch anschließende Teil 3 zum Mobbingrechtschutz im Arbeitsverhältnis hat mich durch seine gut strukturierte Erfassung der Materie wie durch die Offenlegung des tatsächlichen Ablaufs des Mobbingmandats überzeugt. Im Rahmen der Betreuung von Mobbingmandanten gibt häufig das Wort des behandelnden Arztes den Ausschlag darüber, ob der Gemobbte eine gerichtliche Klärung seiner Ansprüche anstrengt oder nicht. Gefehlt hat mir bei den Ausführungen der Kollegin Dr. Hänsch zur Eigenkündigung und zum Schadensersatz nach § 628 BGB  ein Eingehen auf die Rechtsprechung des LAG Hessen, NZA 2002, 581, 582. Danach ist eine fristlose Eigenkündung des Gemobbten dann unwirksam, wenn wegen einer langwierigen Erkrankung des gemobbten Arbeitnehmers auch das Einhalten der ordentlichen Kündigungsfrist zumutbar wäre. Danach hätte der gemobbte Arbeitnehmer die Arbeit bis zum Ablauf der Kündigungsfrist ohnehin nicht wieder aufnehmen müssen, so dass auch der Schadensersatzanspruch nach § 628 Abs. BGB wieder entfiele.

Zu blutleer und unvollständig waren für meinen Geschmack die den Teil 3 abschließenden Ausführungen zur richtigen Antragsstellung. Auch wenn es uneingeschränktes Lob verdient, dass überhaupt Musteranträge mit abgedruckt wurden, ist die einschlägige Rechtsprechung zur fehlenden hinreichenden Bestimmtheit von Mobbingschutzanträgen nur in Teilen wiedergegeben. Die Rechtsprechung zur genauen Bestimmung des Arbeitsbereichs fehlt, LAG Berlin 16 Sa 970/02, ArbG Bielefeld, 5 Ca 2555/01. Die vorgenannten geringfügigen Schwächen sollten sich unproblematisch in der nächsten Auflage beheben lassen.

Die beiden Schlusskapitel Mobbingrechtsschutz im Beamtenverhältnis und Mobbingrechtschutz und Sozialrecht sind meiner Ansicht nach wieder ohne Fehl und Tadel. Insbesondere überzeugen beide Teile dadurch, dass die Grenzen erfolgreichen rechtlichen Handelns aufgezeigt werden. Damit wird es in beruhigender Art und Weise ermöglicht, den Gemobbten auch aufzuzeigen, ob und wann von der Einleitung gerichtlicher Schritte Abstand zu nehmen ist, weil die Erfolgsaussichten eines rechtlichen Vorgehens nicht gegeben sind.

Abgerundet wird das Werk durch einen Anhang, der alle Leitentscheidungen der Ober- und Instanzgerichte zum Themenbereich Mobbing vollständig erfasst.

Trotz des nicht unbeträchtlichen Preises von € 59,80 kann das Werk  uneingeschränkt empfohlen werden. Den Verfassern sei dafür gedankt, dass sie einer rechtlichen Querschnittsmaterie die notwendige rechtliche Fundierung gegeben haben.

Dr. jur. Frank Sievert, Hamburg, 19.Mai 2004

© Copyright by Frank. Sievert, Alsterkamp 26, 20149 Hamburg, Tel.:040 / 51 97 94

Zurück

 

Hinweise zu den externen Verlinkungen

© by www.mobbing-web.de